Demo gegen den Kormoran Fischer, Teichwirte und Angler wehrten sich beim Artenschutzsymposium in Ulm Nach Ulm hatten die Fischereiverbände ihre Mitglieder gerufen, weil dort der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund der Vogelschutz in Bayern im Stadthaus am Münsterplatz ihre Fachtagung zum Kormoran hielten. Wir Fischer vom Fischerverein Eggenstein waren bei dieser Demo dabei. „Hier auf dem geschichtsträchtigen Platz vorm Ulmer Münster zeigen wir einmal, welche Macht wir wirklich haben“, rief Peter Mohnert als Präsident im Verband Deutsche Sportfischer (VDSF) und Hauptredner der Versammlung den Berufs- und Freizeitfischern zu. Wenn es nötig ist, können wir wiederkommen und dann die zehnfache Anzahl Demonstranten aufbieten. „Die Lösung des Kormoransproblems kann nicht in den Ländern, sondern muss in Brüssel seinen Anfang haben.“ Die Politik ist lange genug falschen Propheten aufgesessen, die über die wirkliche Bedrohung der Fischbestände durch den Kormoran einfach nur die Unwahrheit verbreiten. „Der Kormoran darf nicht Herr über Leben und Tod unserer Fische sein.“ Danach streckte Mohnert die Hand aus, „um mit allen Naturschützern gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. Allerdings verwahre er sich gegen Behauptungen der Kormoranschützer, der Vogel fange nur „minderwertige Fische“. Diese Angaben sind nicht nur völlig falsch, denn die Natur kennt den Begriff Minderwertigkeit nicht. „Alle Geschöpfe haben ein Recht auf Leben, auch der Kormoran, aber eben in der richtigen Anzahl.“ Hier muss Europa helfen mit einem einheitlichen „Kormoranmanagement“. „Wir Berufsfischer wollen nicht ein Opfer einer verfehlten Vogelschutzpolitik werden“, drohte Christian Proske vom Verband der Binnenfischer, „unsere Reserven und unsere Geduld sind aufgebraucht.“ Die vom Kormoran verursachten Verluste in den Binnengewässern lassen sich nicht mehr ausgleichen. „Wir müssen überhaupt nicht mehr über Zahlen diskutieren. „Der Bestand an Kormoranen in Europa ist entschieden zu hoch. Er muss auf ein erträgliches Maß zurückgeführt werden. Egal, ob sie aus Norddeutschland, Sachsen, Bayern, Schweiz ………kamen die rund 6000 Fischer auf dem Münsterplatz meinten lautstark alle dasselbe: „Stoppt den Kormoran“. Dieser schwarze und bis zu 80 Zentimeter große „Meer-Rabe“, der ursprünglich nur an der deutschen Nordseeküste lebt, hat sich in vergangenen zehn Jahren bis nach Süddeutschland ausgebreitet. Da er keine Feinde hat, kann er sich vermehren und Fische jagen. die Kormorane bilden Treiberketten. Sie können ein Fischgewässer fast vollständig ausräumen. Da der Vogel unter EU-Vogelschutz steht, trotzdem in Einzelfällen immer wieder abgeschossen wurde, suchen Fischer und Naturschützer seit Jahren vergeblich nach einer Lösung. Was soll man tun? „Hängt den schwarzen Räuber“, stand auf einem Transparent bei der Demo. Es ist gar nicht so leicht, den Vogel gebietsweise abzuwehren. Brutkontrollen zu zerstören, Kormoran flächig abzuschießen, bringt kaum Erfolg, da er sich umso schneller wieder vermehrt. Alle Fischteiche mit Netzen überspannen, ist hässlich, teuer und gefährdet andere Vögel. Vergrämung, also Lärm, um den Kormoran zu verscheuchen, daran gewöhnen sich die Tiere sehr schnell. „ Nicht ausrotten, aber den Kormoran per Abschuss und Brutkontrolle auf ein gesundes Maß dezimieren. Ist das die Lösung? |